Wind & Wellen

Wind & Wellen
Wind & Wellen

Was wäre die Ostsee ohne Wind und Wellen?

Ein laues Lüftchen ist an heißen Tagen sehr angenehm, eine Brise bringt neben Abkühlung Wellen zum Gleiten mit. Ein stürmischer Wind bläst bei einem erfrischenden Strand­spaziergang den Alltags­trott hinweg und die Ostsee murmelt dazu ihr Lied. Drachen­steigen macht nur mit Wind Spaß. 😉

Windstärke 0
Windstille

m/s bis 0,2
km/h bis 1
kts bis 1
an Land: Rauch steigt senkrecht auf
auf See: vollkommen glatte See, spiegelglatte See
Seegangsstärke: 0
Wellenhöhe: 0 m
Wellenlänge: keine

Windstärke 1
leiser Zug

m/s 0,3 – 1,5
km/h bis 5
kts bis 3
an Land: Rauchablenkung sichtbar, Wind­flügel und Wind­fahnen unbewegt
auf See: ruhige, gekräuselte See, kleine schuppen­förmig aussehende Kräusel­­wellen ohne Schaumköpfe
Seegangsstärke: 1
Wellenhöhe: 0 – 0,25 m
Wellenlänge: bis 15 m

Windstärke 2
leichte Brise

m/s 1,6 – 3,3
km/h bis 11
kts 4 – 6
an Land: Wind im Gesicht spürbar, Blätter rascheln
auf See: schwach bewegte See, kleine kurze Wellen
Seegangsstärke: 1
Wellenhöhe: 0,2 – 0,3 m
Wellenlänge: 15 - 20 m

Windstärke 3
schwache Brise

m/s 3,4 – 5,4
km/h bis 19
kts 7 – 10
an Land: dünne Zweige und Blätter bewegen sich
auf See: schwach bewegte See, Wellen ausgeprägter, Kämme sehen glasig aus und brechen sich nicht, vereinzelt weiße Schaumköpfe
Seegangsstärke: 2
Wellenhöhe: 0,25 – 1,0 m
Wellenlänge: 20 - 25 m

Windstärke 4
mäßige Brise

m/s 5,5 – 7,9
km/h bis 28
kts 11 – 15
an Land: Wimpel gestreckt, loses Papier fliegt
auf See: leichte, bewegte See, ziemlich verbreitet treten weiße Schaumköpfe auf, die sich brechende See rauscht
Seegangsstärke: 3
Wellenhöhe: 0,75 – 1,5 m
Wellenlänge: 25 - 50 m

Windstärke 5
frische Brise

m/s 8 – 10,7
km/h bis 38
kts 16 – 21
an Land: größere Zweige bewegen sich
auf See: mäßig bewegte See, überall weiße Schaum­köpfe, vereinzelt schon Gischt, brechen der See hört sich wie Murmeln an
Seegangsstärke: 4
Wellenhöhe: 2 – 2,5 m
Wellenlänge: 50 - 75 m

Windstärke 6
starker Wind

m/s 10,8 – 13,8
km/h bis 49
kts 21 – 27
an Land: starke Äste bewegen sich, Pfeifen an Draht­seilen, knatternde Fahnen
auf See: grobe See, größere Wellen, Kämme brechen sich und hinter­lassen größere weiße Schaum­flächen, dumpfes, rollendes Geräusch der sich brechenden See
Seegangsstärke: 5
Wellenhöhe: 3 – 4 m
Wellenlänge: 75 - 100 m

Windstärke 7
steifer Wind

m/s 13,9 – 17,1
km/h bis 61
kts 28 – 33
an Land: Bäume bewegen sich, Widerstand beim Gehen gegen den Wind
auf See: sehr grobe See, See türmt sich, der beim Brechen entstehende weiße Schaum beginnt sich in Streifen in die Wind­richtung zu legen
Seegangsstärke: 6
Wellenhöhe: 4 – 5,5 m
Wellenlänge: 100 - 135 m

Windstärke 8
stürmischer Wind

m/s 17,2 – 20,7
km/h bis 74
kts 34 – 40
an Land: Autos geraten ins Schleudern, Zweige brechen von Bäumen, beim Gehen erhebliche Behinderungen
auf See: hohe Wellenberge, deren Köpfe verweht werden, überall Schaum­streifen
Seegangsstärke: 6
Wellenhöhe: 5,5 – 7,5 m
Wellenlänge: 135 - 150 m

Windstärke 9
Sturm

m/s 20,8 – 24,4
km/h bis 88
kts 41 – 47
an Land: kleinere Schäden an Häusern, Ziegel und Rauch­hauben werden von Dächern gehoben, Garten­möbel werden umgeworfen und verweht
auf See: hohe See, hohe Wellenberge mit Kämmen von beträchtlicher Länge, von den Kanten der Kämme beginnt Gischt abzuwehen, Schaum legt sich in ausgeprägten Streifen in die Wind­richtung, beginnende Brecher
Seegangsstärke: 7
Wellenhöhe: 7 – 10 m
Wellenlänge: 150 – 200 m

Windstärke 10
schwerer Sturm

m/s 24,5 – 28,4
km/h bis 102
kts 48 – 55
an Land: entwurzelte Bäume, Baumstämme brechen, Garten­möbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern, selten im Landes­inneren
auf See: sehr hohe See, hohe Wellenberge mit langen über­brechenden Kämmen, See weiß durch Schaum, schweres stoß­artiges Rollen der See, Sicht durch Gischt stark beeinträchtigt
Seegangsstärke: 8
Wellenhöhe: über 10 m
Wellenlänge: bis 250 m

Windstärke 11
orkanartiger Sturm

m/s 28,5 – 32,6
km/h bis 117
kts über 60
an Land: heftige Böen, schwere Schäden an Wäldern, Dächer werden abgedeckt, Autos aus der Spur geworfen, dicke Mauern beschädigt, Gehen ist unmöglich
auf See: brüllende See, Wasser wird waagerecht weggeweht, starke Sicht­verminderung
Seegangsstärke: 8
Wellenhöhe: 11,5 – 16 m
Wellenlänge: über 250 m

Windstärke 12
Orkan

m/s > 32,7
km/h ab 118
kts über 64
an Land: Orkan, schwerste Sturmschäden und Verwüstungen
auf See: außergewöhnlich schwere See, außergewöhnlich hohe Wellen­berge, See völlig weiß, Luft mit Schaum und Gischt angefüllt, keine Fernsicht, Rollen der See wird zum Getöse
Seegangsstärke: 9
Wellenhöhe: über 10 m
Wellenlänge: bis 300 m und mehr

Messverfahren

Üblicherweise wird die Wind­geschwindigkeit mit einem Schalen­kreuz­anemometer, einem kleinen rotierenden Wind­mess­gerät, gemessen. Dagegen erfassen der Ultraschall­anemometer und SODAR-Systeme (Sonic Detecting And Ranging) die Ausbreitung von Schall­wellen und können auf diese Weise vertikale Profile messen. Sie dienen der Ergänzung der konventionellen Windmessung und können sowohl Wind­geschwindigkeit als auch Wind­richtung berechnen.
Da der Wind nicht konstant weht, legte die World Meteorological Organization (WMO) fest, dass für die in Wetter­karten und Stations­meldungen angegebene Windstärke der 10-minütige Mittelwert angegeben wird.

Warum „Beaufort“

1806 studierte Sir Francis Beaufort die Auswirkungen des Windes auf Segel und Seegang. Er entwickelte zur Bestimmung der Windstärke eine phänomenologische Skala, dessen Maßeinheit Beauforts Namen erhielt und mit „bft“ abgekürzt wird.
Beim Seegang handelt sich um die vom Wind erzeugte unregelmäßige Bewegung der Wasser­ober­fläche. Kapitän Peter Petersen veröffentlichte 1927 eine Seegangs­skala mit Stärken von 0 bis 9. Seit 1939 ist sie international anerkannt.

(alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten)