Robben in der Ostsee

Anfang des 20. Jahrhunderts prägten Seehunde und Kegelrobben noch das typische Erscheinungsbild unserer Küsten. Als „Schädlinge der Fischerei“ wurden sie jedoch mit dem Ziel der Ausrottung bejagt. Auch die Umwelt­belastung wirkte sich negativ auf die Tiere aus und so schrumpfte der Robben­bestand der Ostsee auf ein Minimum. Ende 1970 waren Beobachtungen von Robben an der Küste über Jahrzehnte hinweg äußerst seltene Ereignisse. Langsam erholt sich der Bestand und heute werden die Populationen auf über 30 000 Kegel­robben und mehrere Tausend Seehunde geschätzt.

Robben in der Ostsee

Ringelrobbe, Seehund und Kegelrobbe...

Diese drei schwimmen durch die Ostsee, dabei ist die Ringelrobbe die ursprünglichste der drei Robben­arten. Sie ist jedoch im Finnischen und Bottnischen Meerbusen der Ostsee beheimatet und daher bei uns lediglich als Irrgast zu sehen.

Ringelrobben

Ihr Bestand in der Ostsee zählt 7 000 bis 10 000 Tiere. Entscheidend für die Namens­gebung ist ihre Fell­zeichnung, hellgraue Kringel im dunklen Fell, welche besonders stark bei den Männchen ausgeprägt sind. Sie haben eine Lebens­erwartung von bis zu 40 Jahren.

Ringelrobbe

Im Vergleich zu anderen Robben, verbringt diese Art den Großteil ihres Lebens schwimmend. Ihre Nahrung besteht aus mittel­großen Fischen und Krebsen, die sie bei bis zu 45 Minuten andauernden Unterwasser­jagden erbeuten. Da die Ringelrobben für die Geburt ihres Nachwuchses Schnee- und Eisflächen brauchen, diese jedoch aufgrund des Klima­wandels immer mehr abnehmen, ist ihr Fortbestand in der Ostsee ungewiss.

Größe bis 140 cm, 100 kg
Merkmale hellgraue Kringel im dunklen Fell

Seehunde

Seehunde sind gut an ihrer Kopfform zu erkennen. An der kurzen Schnauze sitzen die Barthaare (Vibrissen), die dem Beutefang im trüben Wasser dienen. Männliche Seehunde erreichen ein Alter von 25 Jahren, weibliche können bis zu 10 Jahre älter werden. Die Ruheplätze dieser Robbenart befinden sich meist an Sand- und Kiesel­stränden, an Felsküsten, im Wattenmeer sowie auf dem Eis.

Seehund

Zur Nahrung des Seehundes zählen Klein­krebse, Schnecken, Platt- und Schwarm­fische, Muscheln und Tinten­fische. Seehunde bringen ihren Nachwuchs auf Sandbänken, sofort schwimmfähig, zur Welt. Außer dem Menschen und der Bedrohung von Krankheiten, hat der Seehund keine natürlichen Feinde in der Ostsee.

Größe bis 180 cm, 120 kg
Merkmale rundliche Kopfform, kurze Schnauze mit Barthaaren

Kegelrobbe

Sie ist mit über zwei Metern das größte heimische Raubtier. Männliche Kegelrobben unterscheiden sich durch die Ausprägung ihrer Kopf- und Nacken­partie stark von den Weibchen. Die Fellfarbe der Kegelrobben nuanciert zwischen Grau, Silber, Braun und Schwarz. Während die Weibchen hell mit dunklen Flecken sind, haben Männchen dunkles Fell mit hellen Flecken.

Kegelrobben

Sie können in der Wildnis bis zu 25 Jahre alt werden, wobei die Weibchen eine höhere Lebens­erwartung haben. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Fisch, dabei fressen sie täglich 5-7 Kilogramm. Jährlich bringen die Weibchen ein Jungtier an Land zur Welt, welches erst nach dem ersten Fell­wechsel das Land verlässt. Außer dem Menschen hat die Kegelrobbe in der Ostsee keine natürlichen Feinde.

Größe bis 230 cm, 300 kg
Merkmale kegelförmiger Kopf

Schon gewusst?

Die „Bananenstellung“ des Seehunds ist ein Zeichen der Entspannung.
Die Kegelrobbe hat ihren deutschen Namen abgeleitet von der Kegelform ihrer Zähne.


Robben sehen

An den Stränden zwischen Wismar und Warnemünde tauchen immer mal wieder einzelne Seehunde auf, die sich auf Steinen oder im Sand ausruhen oder auch im flachen Wasser in Ufernähe schwimmen. Rund um Rügen, am Greifswalder Bodden und an der Greifswalder Oie kann man mittler­weile ganzjährig Kegelrobben antreffen.

Robben in Strandnähe und auf Steinen der Mole

Robben im Robben-Forschungszentrum Warnemünde

Im Robben-Forschungszentrum Warnemünde haben Sie Gelegenheit, die großen Kulleraugen ganz nah bei ihrem täglichen Training zu erleben.

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Robben im Robben-Forschungszentrum Warnemünde

Robbe oder Seehund in Sicht? – Verhaltenstipps für Strandbesucher

Robben ruhen sich gern mal am Strand oder auf Steinen in Ufernähe oder Molen aus. Auch Jungtiere liegen manchmal am Strand – das ist nicht ungewöhnlich. Die Mutter hat sie dort abgelegt und holt sie bald wieder ab.

Wenn Sie während Ihres Strandaufenthalts eine Robbe oder einen Seehund entdecken,

  • den Tieren nicht den Fluchtweg ins Wasser versperren
  • Mindestabstand von 100 Metern einhalten
  • Tiere nicht berühren, füttern oder bewerfen
  • nicht zwischen Mutter und Jungtier stellen
  • Ihren Hund an der Leine führen

Sie haben eine Robbe oder einen Seehund am Strand oder in Strandnähe gesehen? Machen Sie doch aus sicherer Entfernung ein Foto und lassen Sie unsere Facebook-Fans an Ihrem Erlebnis teilhaben!


Weitere Informationen zu Tieren und Pflanzen an und in der Ostsee


(alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten)