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Rip Tides bzw. Rip Currents

Mit rund 80 % sind Strömungen die häufigste Ursache für Bade­unfälle an Meeres­küsten.

Rip Currents sind Brandungsrückströme, fälschlicher­weise auch als „Rip Tides“* bezeichnet. Sie entstehen auch an der Ostsee an Buhnen, Molen sowie durch Sandbänke vor der Küste.

Rip Tides Rip Currents – Spuren an der Wasseroberfläche

Tückisch: Ein Laie erkennt die Anzeichen nicht! Rettungs­schwimmer hingegen sehen aufgrund ihrer Erfahrungen und aus einer erhöhten Position die charakteristischen Spuren auf der Wasser­oberfläche. Deshalb beachten Sie unbedingt die Flaggen am Strand bzw. Rettungsturm!

Wie Rip Currents entstehen

Vor Sandstränden entstehen sich immer wieder verändernde Sandbänke. Bei kräftigeren (insbesondere auflandigen) Winden kann das Wasser der Brandungs­wellen dort nicht ungehindert zurück­fließen. Es sucht sich den geringsten Widerstand: Lücken und Rinnen zwischen den Sandbänken. Durch diesen gebündelten Rückfluss strömt das Wasser sehr schnell und zieht den Schwimmer aufs Meer hinaus.

Ein Stück weit treiben lassen und seitlich versetzt zum Strand zurückschwimmen

Ähnlich verhält es sich an Buhnen und Molen: Drückt der Wind die Wellen schräg an Hindernisse am Ufer, fließt das Wasser mit erhöhter Geschwindigkeit an diesen entlang zurück ins Meer.

Ein Stück weit treiben lassen und seitlich versetzt zum Strand zurückschwimmen

Richtiges Verhalten

  • 1. Ruhe bewahren!
  • 2. Orientieren
    Verschaffen Sie sich einen Überblick: Strömungs­richtung, Entfernung zum Strand, zu Buhnen oder Bojen... Sind Sie seitlich abgetrieben? Ist eventuell Hilfe in der Nähe?
  • 3. Seitlich versetzt zurück­schwimmen
    Schwimmen Sie nicht gegen die Strömung an! Das schaffen Sie nicht.** Lassen Sie sich vielmehr ein Stück treiben. Wenn Sie merken, dass die Stärke der Strömung nachlässt, schwimmen Sie zunächst quer und dann zurück zum Strand (an Buhnen oder Stein­reihen auf der wind­abgewandten Seite). Halten Sie dabei Abstand zu Buhnen und Steinen!

Wenn möglich, machen Sie auf sich aufmerksam und rufen um Hilfe!
Bedenken Sie, dass Sie ggf. nicht zu hören sind (Entfernung, Wellenrauschen)!

Rippströmung erkennen:

  • Das Wasser erscheint oberflächlich ruhiger.
    Der Rückstrom dämpft die Brandung, es brechen keine Wellen und ggf. spritzt Ihnen keine Gischt ins Gesicht. Aber zu beiden Seiten rollen Wellen mit Gischt auf den Strand.
  • Das Wasser hat im Vergleich zur Umgebung eine andere Farbe.
    Das Wasser erscheint wegen fehlender Schaum­kronen dunkler (manchmal aber auch wegen ins Meer hinaus­treibender Gischt heller). Der Rippstrom verändert den Meeres­grund weiter, eine Rinne in Richtung Meer ist sichtbar. Sie ist tiefer, wodurch das Wasser ebenfalls dunkler erscheint.
  • Erkennbarer Sog auf der Oberfläche
    Manchmal ist die Strömung sogar zu sehen, weil z. B. Schaum, Algen oder Treibgut zügig Richtung offenes Meer driften.
  • Warnhinweise am Strand
    Flaggen am Turm der Rettungs­schwimmer, manchmal auch Schilder am Strand, weisen auf mögliche Gefahren hin.
  • Örtliche Gegebenheiten
    Oft bilden sich Rippströme an einer Mole oder an Buhnen.

Da die Wasserwellen in der relativ kleinen Ostsee weniger kinetische Energie besitzen und die Rückströme dadurch kleiner ausfallen als an Stränden der Ozeane, ist die Gefährdung an Ostsee­stränden im Allgemeinen geringer. Dennoch gibt es jährlich unzählige Rettungs­einsätze und leider auch immer wieder Todesfälle an den beliebten Bade­stränden der Ostsee, wenn Badegäste trotz Badeverbot schwimmen gehen und die Strömung sie hinaus auf die See zieht.

Bitte achten Sie auf Ihre Kinder, lassen Sie sie beim Baden nicht aus den Augen!


Flaggen am Strand

Flaggensignale der DLRG

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat im Jahr 2003 neue Kennzeichen zur Sicherung von Badestellen eingeführt. Rot und gelb sind die Farben, die Badegästen, Urlaubern und Wassersportlern wichtige Hinweise zur Bewachung der Strände, Risiken und anderen Rahmenbedingungen geben.

mehr Infos über die Bedeutung der Flaggen am Strand...

Weitere Tipps finden Sie auf unserer Seite „Baderegeln“.


* Rip tides sind – wie der Name schon sagt – gezeiten­abhängige Strömungen (Strömungen, die bei Tiden – Ebbe und Flut – entstehen). Sie werden häufig mit den oben beschriebenen Rip Currents verwechselt und können deutlich kräftiger sein als diese. Rip Tides sind dort am stärksten, wo der Tidenhub besonders groß ist. Sie können Menschen und sogar Boote mehr als 500 Meter aufs Meer ziehen.
An der Ostsee spürt man Ebbe und Flut kaum, es gibt keinen nennens­werten Tidenhub. Er beträgt in der westlichen Ostsee nur 20 bis 30 Zenti­meter und nimmt nach Osten hin ab.

** Rip currents können eine Strömungs­geschwindigkeit von bis zu 9 km/h entwickeln. Die Durchschnitts­geschwindigkeit der Männer über 400 m bei den Olympischen Spielen 2016 betrug 6,5 km/h.

(alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten)

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