Doberaner Münster

Ostseite mit Kapellenkranz
Ostseite mit Kapellenkranz

Auf der „Europäischen Route der Backstein­gotik“ liegt, nahe der alten Hanse­stadt Rostock, das Bad Doberaner Münster. Das Münster ist die im Jahre 1368 geweihte Kirche des ehemaligen Zisterzienser­klosters. Die „Perle der norddeutschen Backsteingotik“ beeindruckt noch heute.

Kunstdenkmal & bedeutende Ausstattung

Der gotische, fast 80 Meter lange Bau ist ein einmaliges, schlichtes, aber erhabenes Denkmal, das nach zisterziensischen Regeln errichtet wurde. Mehr als 26 Meter ragt das Mittelschiff mit dem Kreuzrippen­gewölbe in die Höhe. Statt eines gemauerten Glockenturms gibt es einen Dachreiter.

Triumphkreuz
Triumphkreuz
Gewölbe
Gewölbe
Hochaltar
Hochaltar

Hinter der weitgehend schmucklosen Fassade eröffnet sich ein Innenraum mit wertvollen Kunst­schätzen: Da die mittel­alterlichen Kostbarkeiten von Kriegen und Bilder­stürmen weitgehend verschont geblieben sind, können Sie bei Ihrem Besuch eine europaweit besonders reiche Original­ausstattung bewundern.

Bemerkenswert sind unter anderem:

  • Hochaltar (um 1300) – gilt als ältester Flügel­altar der Welt
  • Leuchter mit spätromanischer Marienfigur (ab ca. 1300)
  • Sakramentsturm (um 1350/60) aus Eichenholz – mit beeindruckender Höhe von 11,60 Metern
  • Kelchschrank von 1280/90 aus dem romanischen Vorgängerbau
  • monumentaler Lettner-Kreuzaltar (um 1360/70)
  • Chorgestühl der Mönche
  • Grabplastik der dänischen Königin Margarete Sambiria (um 1300)
Loggia Adolf Friedrich
Loggia Adolf Friedrich
Grabplastik der dänischen Königin Margarete
Grabplastik der dänischen Königin Margarete
Grabmal Johann Albrecht II.
Grabmal Johann Albrecht II.

Klosteranlage Bad Doberan

Auch ein Spaziergang über das weitläufige Gelände des ehemaligen Klosters lohnt sich. Auf der Nordseite erstreckt sich ein fast zwei Quadrat­kilometer großer Landschaftspark, der von Bachläufen, Teichen, Brücken und über 200 Jahre alten Bäumen geprägt ist. Sitzbänke laden hier zum Innehalten und Bestaunen des imposanten Münsters ein.

Die Klostermauer, die 1291 entstanden ist, ist mit einer Gesamtlänge von 1,4 Kilometern gut erhalten. Zu den mittel­alterlichen Kloster­gebäuden, die ebenfalls noch erhalten sind, gehören:

  • Ruine der Backhausmühle, ein drei­stöckiges Wirtschafts­haus mit drei Speicherböden
  • Ruine der „Wollscheune“ (auch „Wolfsscheune“ genannt)
  • frühgotisches turmartiges Beinhaus aus der Zeit um 1230
  • der vordere Teil des Kornhauses
Westansicht
Westansicht
Das Münster von oben
Münster und kleiner Teil der Parkanlage
Teich am Münster
Teich am Münster

Veranstaltungen

Das Münster Bad Doberan ist für alle Kultur­begeisterten und Ostsee­urlauber ein sehenswertes Ausflugsziel. Neben täglich stattfindenden Führungen werden auch interessante Sonder­führungen und Konzerte angeboten.

Der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e. V. sorgt regelmäßig für Veranstaltungen auf dem Klostergelände – darunter Ausstellungen, Vorträge, einen zweitägigen großen Klostermarkt oder die Doberaner Klostertage. Der Biker­gottesdienst am Muttertags-Wochenende zieht jährlich hunderte Motorrad­faher und mindestens genauso viele Zuschauer an. Auch im Kornhaus finden einige Veranstaltungen wie Konzerte, Kinder­theater und Kunst­handwerker­märkte statt.
Tipp: Im Kornhauscafé gibt es zu den Öffnungs­zeiten frisch gebackenen Kuchen und sehr leckere Torten.

Wer mit dem Auto kommt, findet einen Parkplatz direkt vor dem Münster. Nostalgischer wird Ihr Besuch, wenn Sie mit der historischen Bäderbahn Molli von Kühlungsborn oder Heiligendamm aus anreisen.


Chronik

Zwei Umstände sorgten schon im Mittelalter für die politisch und gesellschaftlich hohe Bedeutung: 1171 als erstes mecklenburgisches Kloster überhaupt gegründet, diente es als landes­fürstliche Hauptgrablege. Mit seiner Kolonisations­tätigkeit trug das Kloster auch entscheidend zur landes­kulturellen und ökonomischen Entwicklung Mecklenburgs bei. Es wurde zu einem Zentrum des christlichen Glaubens. Nach der Reformation und der Auflösung des Klosters 1552 blieb es als Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchen­gemeinde und als Grablege der landesherrlichen Familie weiterhin erhalten.

1171 Gründung des Zisterzienser­klosters in Althof-Doberan
1186 Neueröffnung des Klosters an heutiger Stelle
1232 Schlussweihe der romanischen Vorgänger­kirche
1296 Vollendung Rohbau des gotischen Münsters nach nur ca. 15 Jahren
1368 Schlussweihe des Münsters (besonders reiche Innen­ausstattung)
1552 Klosterauflösung durch Reformation – keine Bilderstürme
1637 Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg
1638 Sicherungsarbeiten
1900 Ende der neogotischen Restaurierung durch G. L. Möckel
1945 Münster ohne Kriegsschäden und Plünderungen
1984 Ende Generalrestaurierung – Münster steht auf Rang drei der national­bedeutenden Denkmäler mit internationalem Kunstwert in der DDR
2002 Beginn weiterer Restaurierungen – Kosten ca. 350 000 Euro/Jahr
2005 173 000 Besucher zu Besichtigung, Führungen und Konzerten
2006 Restaurierung u. a. von 9 Fenstern, 5 Grabplatten und Wandflächen
2012 Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung meldet das Doberaner Münster für die Aufnahme als UNESCO-Welt­kulturerbe bei der Kultus­minister­konferenz an. Die Bewerbung scheitert 2014.
2022 Dreijährige Deckengewölbesanierung beginnt

Urlaubsorte in der Nähe:

Graal-Müritz, Heiligendamm, Kühlungsborn, Rerik, Rostock, Warnemünde


Öffnungszeiten

November bis März
Montag bis Freitag 11:00 bis 15:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage 11:00 bis 16:00 Uhr

April
Montag bis Freitag 11:00 bis 16:00 Uhr (nicht Karfreitag)
Samstag, Sonntag und Feiertage 11:00 bis 16:00 Uhr

Mai bis Oktober
Montag bis Samstag 10:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag und Feiertage 11:00 bis 17:00 Uhr


Führungen

öffentliche kombinierte Innen- und Außen-Münster­führung täglich um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr (nur: Mai bis Oktober)
Deckengewölbe-, Turm- und Glocken­führung mit Ostseeblick um 13:00 Uhr


Gottesdienst

Sonntag und an Feiertagen 09:30 Uhr

Anschrift/Kontakt

Doberaner Münster
Klosterstraße 2
18209 Bad Doberan

038203 62716

(alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten)