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Geschichte des Warnemünder Leuchtturmes

Schon um 1300 gab es Schiffsverkehr nach Warnemünde und Rostock. Da die Zufahrt über die Warnow­mündung schwierig war, brannte hier damals ein Leuchtfeuer.
Im frühen 18. Jahrhundert wurde ein Feuerkorb mit Wachs­kerzen an einem hölzernen Turm hoch­gezogen. Eine Kupfer­platte hinter den Kerzen reflektierte und verstärkte das Licht.

Warnemünder Leuchtturm

Im Juni 1862 wurde dem Rat der Stadt Rostock ein "Entwurf zum Umbau der Hafenleuchte zu einem voll­ständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternen­haus" vorgestellt, der ein Jahr später auch genehmigt wurde. Doch schon damals mahlten die Mühlen der Stadt nicht so schnelle und es gab Gerangel um Zuständigkeit und vor allem um Geld, über 30 Jahre lang.

1897, im Zuge des Ausbaus der Hafeneinfahrt, begann der Rostocker Hafenbau­direktor Karl-Friedrich Kerner mit dem Bau des Warnemünder Leucht­turms. An der höchsten Stelle des Ortes, sechs Meter über Null, rammten Arbeiter 33 Pfähle elf Meter tief in den sandigen Boden, bis sie auf eine trag­fähige Schicht stießen. Der Turm wurde rund 30 Meter hoch gemauert und bekam im folgenden Winter seine Laterne.

Auf dem Warnemünder Leuchtturm wurde eine spezielle Linse installiert, benannt nach Augustin Jean Fresnel, der diese um 1822 speziell für Leucht­türme entwickelt hatte. Die Linse hat durch ihre Bauform ein geringeres Gewicht und Volumen als Linsen normaler Form mit vergleich­barer Reichweite.

Das erste Licht entsandte ein Petroleum­brenner, er verbrauchte ca. 1,3 Liter Petroleum pro Stunde. Im Gewölbe­keller unter dem Leuchtturm standen Bottiche, in denen 800 Liter Petroleum gelagert wurden. Jeden Tag pumpte der Leuchtturm­wärter die für eine Nacht benötigte Menge nach oben in einen Vorrats­behälter in der Kuppel. Wurde das Licht des Leuchtturms auch tagsüber benötigt, bei schlechtem Wetter etwa, musste er Sonder­schichten einlegen.

Am 19. Oktober 1898 erfolgte die offizielle Inbetrieb­nahme. König Christian fuhr mit einem Dampfschiff auf See und bestätigte, dass die geplante Sichtbarkeit von 16 See­meilen erreicht wurde. 1911 wurde ein neuer Brenner mit Glühstrumpf installiert, wodurch sich die Licht­stärke um das Achtfache erhöhte. 1917 erfolgte die Umstellung auf Gas­glühlicht und 1919 auf elektrischen Betrieb.

Warnemünder Promenade mit Leuchtturm

Bis 1978 tat ein Leuchtturm­wärter seinen Dienst. Nach dem Seehydrografischen Dienst der DDR wird der Warnemünder Leuchtturm seit etwa 1990 vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund "ferngesteuert".

Das weiße Licht der Spezial­glühlampe mit 250 Watt hat eine Betriebs­lichtstärke von 100 000 Candela und ist heute 20 Seemeilen weit zu sehen. Um das Fresnelsche Festfeuer (Gürtel­leuchte) dreht sich eine Linse, ein mit Prismen­stäbchen ausgerüsteter Verdichter. Eine Umdrehung der Warnemünder Linse dauert 77 Sekunden und bestimmt so den Rhythmus des Lichtsignals.
Jeder Leuchtturm hat seine eigene Kennung, der Warnemünder hat "3+1" – auf drei kurze Lichtsignale folgt ein langes.

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