Scharfrichterhaus

Das zweigeschossige Eckgebäude in der Stralsunder Altstadt wurde 1289 erstmals urkundlich erwähnt. Das Eckgrundstück Filterstraße/Papenstraße war schon Ende des 13. Jahrhunderts Sitz des städtischen Fronen- bzw. Scharfrichters. Der letzte städtische Scharfrichter lebte und arbeitete hier bis zum Jahre 1842.
Südgiebel 1990Umbau am Scharfrichterhaus
Trotz späterer Umbauten ist das aus zwei Teilen bestehende Gebäudeensemble in seiner mittelalter­lichen Struktur erhalten geblieben. Das Turmhaus mit dem blendengegliederten Nordgiebel wurde nachweislich 1412 an das Wohnhaus angebaut und soll das Gefängnis gewesen sein. Inhaftierte wurden hier verwahrt und mussten mitunter auch schwere Folter erleiden. Damaliges Recht wurde mit Ehrenstrafen (z. B. Pranger), Leibesstrafen (z. B. Auspeitschen) und Lebensstrafen (Todesstrafe) gesprochen. Verhängt wurden die Entscheidungen außerhalb des Scharfrichterhauses.
Restaurierter Nordgiebel im Jahr 2000Nordansicht ScharfrichterhausSaniertes Scharfrichterhaus 2010
Das Haus befindet sich seit 1984 in Privathand und wird seit 1990 Stück für Stück liebevoll saniert. Es steht auf der Liste der Baudenkmale der Stadt Stralsund und liegt im Kerngebiet des im Jahr 20012 zum UNESCO-Welterbe erklärten Kulturgutes "Historische Altstädte Stralsund und Wismar".

Auf Anfrage kann das Haus besichtigt werden.
(telefonische Anmeldung bei Herrn Stange 0176 41518530 oder Stralsund-Tourismus 03831 246970)

Führung

Spannend: Ein "echter" Scharfrichter in historischer Kluft führt Sie durch das Haus und berichtet über die Hansestadt und die Arbeit des Vollstreckers. Sie sehen eine chronologische Auflistung zur Nutzung des Hauses und aller Scharfrichter. Authentisches Flair vermitteln außerdem die ausgestellten Reste der Brandmauer aus dem Jahre 1310.

Der Rundgang dauert etwa 1,5 bis 3 Stunden.

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