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St.-Marien-Kirche

St. Marien, die Kirche des Rates der Hansestadt Lübeck, ist die drittgrößte Kirche Deutschlands.
Sie gilt als besonders wertvolles und großartiges Beispiel kirchlicher Backsteingotik. Die Bürger Lübecks errichteten die Kirche in un­mittelbarer Nähe ihres Rathauses. Der Bau wurde um 1250 begonnen und 1350 vollendet.

St.-Marienkirche der Hansestadt LübeckSt.-Marienkirche der Hansestadt Lübeck

Gotische Kathedralen in Frankreich und Flandern waren Vorbilder der dreischiffigen Lübecker Basilika mit ihrem fast 40 Meter hohen Mittelschiff - das höchste Backsteingewölbe der Welt - und den beiden 125 Meter hohen Türmen. Bei St. Marien zu Lübeck wurden erstmals die Formen der Gotik aus dem Naturstein in das heimische Backsteinmaterial "übersetzt".
St. Marien wurde damit Vorbild für zahlreiche gotische Backsteinkirchen im gesamten Ostseeraum.

St. Marien im Wechsel der Zeiten

Bei einem Bombenangriff 1942 brannte St. Marien fast völlig aus. Die Dächer brannten, Turmhelme und Gewölbe stürzten ein, die Glocken fielen in den Boden des südlichen Turms. Noch während des Krieges wurde St. Marien durch ein Notdach geschützt, bevor 1947 mit dem zwölfjährigen Wiederaufbau begonnen wurde. 1956 und 1957 erhielten die Türme ihre Turmhelme.
Die heruntergestürzten Glocken sind heute Mahnmal und dem Gedenken aller Toten fern der Heimat gewidmet.

Orgel der St.-MarienkircheSt.-Marienkirche Lübeck von innenGlocke in der St.-Marienkirche Lübeck

30 Glocken des insgesamt 36 Glocken umfassenden Glockenspiels stammen aus der Katharinenkirche in Danzig. Am Ende des Krieges fand man die Danziger Glocken auf einem "Glockenfriedhof", wo sie eingeschmolzen werden sollten. Da viele Danziger Flüchtlinge in Lübeck eine neue Heimat fanden, kamen die Glocken nach St. Marien.

Ebenso wurde die Briefkapelle, ein Anbau aus dem 14. Jahrhundert, restauriert. Im Mittelalter "verbrieften" hier die öffentlichen Schreiber für die Bürger Verträge.

1968 wurde von der Firma Kemper die größte Orgel der Welt mit mechanischer Traktur geschaffen. Sie besitzt auf fünf Manualen und Pedalen 101 Register mit knapp 10 000 Pfeifen, die längsten sind elf Meter lang. Zu den bedeutendsten Kunstwerken von St. Marien gehören das Triumphkreuz von Gerhard Marcks im Hochchor über dem Swarte-Altar von 1495, ein bronzenes Sakramentshäuschen (1479) und das Marmorepitaph für den Ratsherrn Johann Füchting (17. Jahrhundert).

Sagenhafte Kirchengemäuer

Bis heute ranken sich spannende Sagen um St. Marien - wenn Sie auf Ihrem Rundgang durch die Kirche aufmerksam die Augen offenhalten, entdecken auch Sie die Spuren dieser Überlieferungen! Die erste ist hinter dem Chor in Form einer Maus in Stein gemeißelt: Man erzählt sich, eine Maus habe neben der neu gebauten Kirche an einem Rosenstock ihr Nest gebaut, den Strauch damit zum Welken und das Unheil über die Stadt gebracht. Bis dahin lebten die Lübecker in dem Glauben, die anhaltende Blüte sei ein Symbol für die fortdauernde Freiheit der Stadt. Tatsächlich musste sich Lübeck nur kurze Zeit nachdem der Strauch einging, den Dänen ergeben. Mit der später wiedergewonnenen Freiheit wurde "Rosemarie" als Mahnmal in Stein gehauen. Inzwischen gilt sie als Glücksbringer: Wer sie berührt, dem wird Gutes widerfahren... sagt man jedenfalls.

Maus "Rosemarie" der St.-Marienkirche der Hansestadt Lübeckder kleine Teufel der St.-Marienkirche der Hansestadt Lübeck

Interessant ist auch die Geschichte um den Teufel von St. Marien: Als sich die Kirche noch in der frühesten Bauphase befand, kam er des Weges und fragte die fleißigen Lübecker, was aus den vielen Steinen denn werden solle. Um ihn nicht zu verärgern, antworteten sie: "Ein Wirtshaus." Bei dem Gedanken an Laster und Unfrieden freute sich der Teufel und packte beherzt mit an. Erst als die Kirche fertig war, bemerkte er, dass die Lübecker ihn angelogen hatten. In seiner Wut wollte er den Bau mit einem einzigen Backstein wieder zerstören. Die Einwohner konnten ihn jedoch abhalten, indem sie behaupteten, dass neben der Kirche ein großes Wirtshaus entstehen solle. Der Teufel schleuderte den Stein an diese Stelle und dort liegt er bis heute. Auf ihm sitzt ein Teufel aus Bronze, der es faustdick hinter den Hörnern hat...


Öffnungszeiten:

01.04. bis 03.10. 10:00 bis 18:00 Uhr
04.10. bis 31.03. 10:00 bis 16:00 Uhr

Sonderschließzeiten:
29.09.2018 bis 11:15 Uhr

Gottesdienst
Jeden Sonntag von 10:00 bis 11:30 Uhr
(In dieser Zeit steht die Kirche nicht zur Besichtigung offen.)

Kirchenführungen
Mai bis Oktober, in der Adventszeit Montag bis Samstag (außer feiertags) 12:15 Uhr
Mai bis September zusätzlich um 15:00 Uhr

Öffentliche Turm- und Gewölbeführungen
April bis Dezember Samstag 15:15 Uhr, jeden letzten Samstag im Monat um 20:30 Uhr
Juni bis September zusätzlich mittwochs um 15:15 Uhr
Sonderführungen sind möglich, Termine nach Vereinbarung unter Tel. 0451 77391

Anschrift/Kontakt

St.-Marien-Kirche Lübeck
Marienkirchhof 1
23552 Lübeck

0451 397700


Veranstaltungstermine

26.11.201830.12.2018
Märchenwald an der Marienkirche
Über 20 liebevoll gestaltete Märchenwaldhäuschen zu den Märchen der Gebrüder Grimm, Kindereisenbahn und mehr
St. Marienkirche Lübeck Marienkirchhof 1 23552

Weitere Termine finden Sie auf unserer Seite "Veranstaltungen"!

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