Marine-Ehrenmal Laboe

Das Marine-Ehrenmal in Laboe ist eine Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen und Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren.
Der 85 Meter hohe Turm ist eine weithin sichtbare Landmarke an der östlichen Kieler Außenförde. 341 Stufen sind es bis zur Aussichtsplattform, Sie können aber auch einen der zwei Aufzüge nutzen. Oben angekommen, werden Sie mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Bei klarer Sicht erkennen Sie sogar die Küste Dänemarks!
Marine-Ehrenmal LaboeAussicht vom Ehrenmal über die Kieler Förde

Die Ausstellung im Ehrenmal

Im Fuß des Turms sind mehrere Ausstellungsräume untergebracht. Die Gedenkhalle für die in beiden Weltkriegen gefallenen deutschen Marinesoldaten befindet sich im Erdgeschoss, darüber sehen Sie eine Ausstellung zum Thema "Die Deutsche Marine".
Im sogenannten "Flaggenraum" ist eine Übersicht "authentisch wirkender" Kriegsflaggen präsentiert: In einer beeindruckenden Zusammenschau werden die Reichskriegsflaggen des Kaiserreichs, die Reichskriegsflagge der Kriegsmarine mit dem Hakenkreuz des NS-Staates, die Dienstflagge der Volksmarine der DDR und die Dienstflagge der Bundesmarine gezeigt.
Gedenkhalle für die in beiden Weltkriegen gefallenen deutschen MarinesoldatenFlaggenraum

Unterirdische Gedenkhalle

Zur Anlage des Marine-Ehrenmals gehört auch eine unterirdische Gedenkhalle. Am Fuß des Turms führt ein langer Gang zu der großen, runden Halle. Auf einem runden Plateau liegen im Halbdunkel Ehrenkränze, Gebinde und Schleifen. Ein Gang führt außen herum, Bilder und Ehrentafeln erinnern an die Verstorbenen.
Die Ehrenhalle des Mahnmals hütet seit 1985 eine ganz besondere Erinnerung an die auf See gebliebenen: Das Gedenkbuch der Organisation Volksbund Deutsche Kriegsgräber­fürsorge listet alle Personen, die während des Zweiten Weltkriegs auf den Meeren verschollen sind. Ein weiteres Namensbuch gedenkt der Gefallenen der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg.
Ehrenkränze im Gang zur unterirdischen GedenkhalleUnterirdische Gedenkhalle

Historische Halle

Dem Turm gegenüber, auf der anderen Seite der 7 000 Quadratmeter großen Freifläche, sehen Sie in der Historischen Halle eine Ausstellung mit zahlreichen Schiffsmodellen und anderen marine- und schifffahrtgeschichtlichen Exponaten. Hier erfahren Sie Wissens­wertes über die Entwicklung der Schifffahrt, die Geschichte der Deutschen Marine, die Handelsschifffahrt und aktuelle, wehrpolitische Themen. Mithilfe von großen Schaubildern, Kartenmaterial und zahlreichen spannenden Exponaten, wie z. B. originalgetreuen Schiffsmodellen, erleben Besucher einen sehr authentischen und kurzweiligen Einblick in die Thematik.
Schiffsmodelle in der Historischen Halle

Rückblick: Zur Geschichte des Ehrenmals

Der Delegiertentag des Deutschen Marinebundes fasste 1925 den Beschluss, für die gefallenen Kameraden ein Ehrenmal zu erbauen. Die Grundidee zum Bau des Marine­ehrenmals, das in seiner Größe und Gestaltung einmalig ist, ging von Wilhelm Lammertz (Obermaat d. Kaiserlichen Marine) aus. Ein Ausschuss suchte nach einem geeigneten Standort und einigte sich auf das Gelände des früheren Panzerturms in Laboe.
Der Entwurf des Architekten Munzer aus Düsseldorf wurde zur Ausführung bestimmt. Die Grundsteinlegung des 85 Meter hohen Turms durch Admiral Scheer fand am 08. August 1927 statt. Am 30. Mai 1936 wurde das Denkmal eingeweiht.
Ausstellungsräume im Fuß des Turms

U-Boot U995 am Marine-Ehrenmal

Das U-Boot U995 ist als technisches Museum ein bedeutender Teil des Marine-Ehrenmal. Es kann in unmittelbarer Nähe des Ausstellungsturms am Strand von Laboe besichtigt werden und erinnert an die gefallenen deutschen U-Boot-Fahrer in beiden Weltkriegen.
Es ist ein Symbol gegen das Vergessen und macht vor allem die Leiden des Zweiten Weltkriegs greifbar: Von 1940 bis 1945 verloren 30 000 U-Boot-Fahrer und weitere Zehntausende alliierte Seeleute ihr Leben.
U-Boot U995 am Marine-Ehrenmal

U995 im Zweiten Weltkrieg

U995 wurde am 16. September 1943 auf der Hamburger Werft Blohm & Voss in Dienst gestellt und war damit eins von 663 Booten des Typs VII C – ein Einhüllenboot mit Satteltank und einem Druckkörper aus Panzerstahl.
Von 1939 bis 1944 trugen diese Einheiten die Hauptlast im U-Boot-Krieg: Das heutige Mahnmal U995 unternahm – ausgehend von seinem Stützpunkt Narvik in Norwegen – mehrere Feindfahrten in den Atlantik und das Nordmeer.

Nutzung nach Kriegsende

Nachdem die Schrecken des Zweiten Weltkrieges ihr Ende gefunden hatten, lag U 995 im Mai 1945 in der Werft von Trondheim. Dort sollte es einen neuen Schnorchel bekommen. Die Norwegische Marine übernahm das Boot als Kriegsbeute und stellte es im Dezember 1952 unter dem Namen "KNM Kaura" in Dienst. Fast auf den Tag genau zehn Jahre fuhr die KNM Kaura unter norwegischer Flagge, bevor sie in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Rückkehr nach Deutschland

Nur drei Jahre später – im Jahre 1965 – gab die Norwegische Marine den Veteranen U995/KNM Kaura als Zeichen der Versöhnung an Deutschland zurück. Einzige Bedingung: Das U-Boot sollte als Mahnmal für Frieden und Verständigung eine würdige Nutzung finden.
Nachdem das Kieler Marinearsenal das Boot in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt hatte, wurde es im Oktober dem Deutschen Marinebund übergeben. Seit März 1972 kann es am Strand von Laboe besichtigt werden. Jedes Jahr nutzen rund 350 000 Besucher die Gelegenheit, einen Rundgang durch das U-Boot zu unternehmen.
Rundgang durch das U-Boot U995Blick vom Turm auf das U-Boot U995 am Strand von Laboe

Öffnungszeiten:

01. März bis 31. März 09:30 bis 17:00 Uhr
01. April bis 31. Mai 09:00 bis 18:00 Uhr
01. Juni bis 30. September 09:00 bis 19:00 Uhr
01. Oktober bis 31. Oktober 09:30 bis 17:00 Uhr
01. November bis 28. Februar Täglich 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr.

(alle Angaben ohne Gewähr)

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