Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft:
Kernzone Darßer Ort

Mit seiner urwüchsigen Schönheit und Artenvielfalt markiert der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft einen der unbestrittenen Glanzpunkte an der deutschen Ostseeküste. Seine Kernzone ("Schutzzone 1") beeindruckt mit nahezu unberührter Natur, die es kaum noch in einer ähnlichen Form zu bestaunen gibt.
Brunftzeit im Küstenstreifen Kernzone Darßer Ort
Auf der Halbinsel Fischland Darß fällt der Bereich Darßer Ort, dessen unmittelbare Umgebung und der Nordwestteil des Waldgebietes Darßwald in die Kernzone des Parks. – Insgesamt 118 Quadratkilometer Land und 687 Quadratkilometer Wasserfläche zählen zu dem Areal.

Zur Nutzung der Kernzone Darßer Ort

Obwohl eine wirtschaftliche Nutzung der Kernzone Darßer Ort nicht erlaubt ist, haben Besucher und Einheimische zu jeder Jahreszeit die Möglichkeit, diesen ganz besonderen Teil des Nationalparks zu besichtigen. – Um die Natur zu schützen, dürfen die vorgezeichneten Wege nicht verlassen werden. Allein 36 markierte Pfade leiten Besucher durch den beliebten Darßwald. Führen die Wege in unmittelbarer Nähe des Weststrands oder den Schilfgebieten und Dünen im Anlandungsgebiet am Darßer Ort vorbei, sind Besucher dazu angehalten, ihre spannende Wanderung auf Holzbohlen fortzusetzen.
Dünen im Anlandungsgebiet am Darßer Ort bewalden allmählich, Sandbänke sind beliebte Rastplätze der Vögel

Flora und Fauna

Wer einen Ausflug in die Kernzone Darßer Ort unternimmt, findet sich zwischen zahlreichen Weidbuchen, Kiefern, Nadelhölzern (wie z. B. Fichten, Lärchen und Douglasien) und Roterle-Bruchwäldern wieder. – Beim Spaziergang durch die einzigartige Landschaft, lohnt es sich auf jeden Fall, die Augen offen und die Ohren allezeit gespitzt zu halten! Wer besonders aufmerksam ist, wird Rot- und Schwarzwild, Eichhörnchen, verschiedene Spechtarten, Zwergschnepper, Waldlaubsänger, Karmingipfel oder Kreuzottern erspähen können.
Rotwild gut getarnt in der Kernzone Darßer Ort
Unbedingt empfehlenswert ist ein Zwischenstopp an den Eichenbohlentürmen: Von hier aus können Sie die Zugvögel in den vorgelagerten Strandseen und Schwarz- und Rotwild beobachten. – Vor allem während der Brunftzeit im Herbst werden Sie Zeuge eines ganz besonderen Naturschauspiels...
Brunftzeit im Küstenstreifen Kernzone Darßer Ort

Nothafen Darsser Ort

Da zahlreiche Wasservögel die Flachwasserareale im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft als Rast- und Überwinterungsgebiet nutzen, sind viele Wasserstraßen in diesem Bereich für Wassersport und -fahrzeuge gesperrt.
Der Nothafen Darsser Ort darf aus Naturschutzgründen und wegen Versandung der Zufahrt seit Anfang 2007 nicht mehr angelaufen werden. Er wird allerdings noch als Liegeplatz für den Seenotrettungskreuzer genutzt, bis eine Alternative für den Hafen gefunden ist.
Mitte Oktober 2016 musste der Nothafen wegen Versandung wieder einmal komplett gesperrt werden, so dass selbst der Seenotrettungskreuzer den Hafen nicht mehr anlaufen kann. Er weicht in den Hafen Barhöft aus.
Seenotrettungskreuzer im Nothafen Darßer Ort

Verhaltensregeln

Damit die einzigartige und vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks in ihrer Einmaligkeit erhalten bleibt und alle Besucher ein unvergessliches Naturerlebnis haben, sind einige Regeln unumgänglich:
  • Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen, um trittempfindliche Pflanzen zu schonen!
  • Vermeiden Sie laute Geräusche! Rufen und Schreien, Fahrradklingeln und Ähnliches beunruhigen und verscheuchen die Tiere, sodass Sie sie nicht in Ruhe beobachten können.
  • Führen Sie Ihren Hund grundsätzlich an der Leine!
  • Nehmen Sie Ihre Abfälle zum nächsten Mülleimer mit!
  • Verzichten Sie auf das Rauchen, um Brandgefahr zu vermeiden!
  • Das Zelten und Übernachten in der freien Landschaft ist nicht gestattet.

Tipps

  • Bringen Sie ein Fernglas auf Ihre Wanderung mit!
  • Tragen Sie naturfarbene Kleidung!
  • Beobachten Sie die Windrichtung und wählen Sie Ihren Beobachtungspunkt so, dass die Tiere Ihre Witterung nicht aufnehmen!
Sandbänke und Dünen im Anlandungsgebiet am Darßer Ort
Weitere Auskunft gibt Ihnen das Nationalparkamt Vorpommern unter Tel. 038234 5020.

Rückblick: Die Einrichtung des Schutzgebietes

Die Idee, auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst eine separate, geschützte Zone für die heimische Tier- und Pflanzenwelt einzurichten, kam zum ersten Mal Ende des 19. Jahrhunderts auf: Der Einfall stammt von einer Gruppe pommerscher Herrenjäger und Großgrundbesitzer und wurde von dem damaligen Revierverwalter des Forstamt Darß – Freiherr Ferdinand von Raesfeld – mit Begeisterung aufgenommen. Der Vorschlag fand über die Jahrzehnte immer wieder Zuspruch und Unterstützung, und doch sollte es weitere 100 Jahre dauern, bis auf der Halbinsel offiziell ein Naturschutzgebiet eingerichtet wurde.

Der Darßwald wurde um 1936 zu einem der ersten Schutzgebiete erklärt, Teile der Halbinsel wurden militärisches Sperrgebiet. Trotzdem genossen im Dritten Reich und zu DDR-Zeiten hochrangige Persönlichkeiten das Privileg, im Darßwald Jagd auf ausgesetzte Wisente und Elche zu machen.
Große Bereiche der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst waren somit viele Jahre nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, die Tier- und Pflanzenwelt entwickelte sich dort nahezu unbehelligt.

Im September 1990 ließ der DDR-Ministerrat 14 Landschaften – darunter auch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – unter Schutz stellen.
Nach dem Erlass im Jahre 1990 wurden die militärischen und teilweise landwirtschaftlichen Nutzungsspuren zügig zurückgebaut, das Gebiet renaturiert.
Führungen zur Rothirschbrunft
Voraussichtlich von Mitte September bis Anfang Oktober 2017 haben Sie wieder Gelegenheit, das Naturschauspiel zu erleben.

Kontakt

Kernzone Darßer Ort
Zeltplatzstraße
18375 Prerow

(alle Angaben ohne Gewähr)

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