
Das Johanniskloster zu Stralsund wurde im Jahre 1254 als
Kloster der Franziskaner am Strand des Strelasundes errichtet. Es gehört
zu den ältesten Bauwerken der Stadt.
Die Besonderheit des Johannisklosters ist die historisch gewachsene Mischung
verschiedener Stilepochen. Es lassen sich Elemente der Gotik, des Barocks und des
Klassizismus ausmachen.
1525 stürmen bei dem Stralsunder Kirchenbrechen die
Volksmassen das Kloster, plündern die Lebensmittelvorräte und zerstören
viele Altäre und Bilder. Ein Teil der Mönche flieht mit Kostbarkeiten
und Urkunden aus dem Kloster, ein anderer Teil bekennt sich zum evan-
gelischen Glauben. Das Kloster gehört nun der Stadt und wird als Armenhaus
genutzt.
Ein Großbrand vernichtet 1624 die 77 Meter lange gotische Hallenkirche.
Die Ruine des Chores wird erst Mitte des 17. Jahrhunderts zur kleinen Johanniskirche
ausgebaut und in die Umfassungswände der ausgebrannten Halle ein Kreuzgang eingefügt. Beide
Bauteile sinken durch das amerikanische Bombardement 1944 in Schutt und Asche.
Von 1963 bis 1986 sorgfältig restauriert, entwickelt
sich das Kloster zu einem beliebten Aufenthaltsort.
Ein faszinierendes Ambiente für Konzerte und Vorträge bietet der
Kapitelsaal mit seinem Kreuzgewölbe und seinen gotischen Wandmalereien.
Der Räucherboden im Obergeschoss stellt eine Rarität dar. Die Kamine
enden unter dem Dach und geben den Rauch in den Bodenbereich frei.
Die Bibliothek im Johanniskloster bietet Ihnen einen wunderbaren
Einblick in die Buchwelt des Barocks. Rund 2 500 Bücher des schwedischen
Generalgouverneurs Axel Graf von Löwen werden hier aufbewahrt. Sie
stammen aus einer Schenkung von 1761 an die Stadt Stralsund.
Westlich vom Kloster werden zahlreiche zweigeschossig angelegte Fachwerkhäuschen
als Wohnungen genutzt. In der Ruine des Kirchenschiffs erinnert eine Nachbildung
der Pietà von dem Bildhauer, Grafiker und Dichter Ernst Barlach an
das unsagbare Leid, welches das Völkermorden der Kriege über die
Menschheit brachte.
Auswahl
