



Zwischen 1270 und 1290 bestanden schon zwei miteinander verbundene Giebelhäuser, denen bald ein drittes hinzufügt wurde. Später fasste man diese drei Häuser durch eine hochaufragende Schauwand mit sieben Türmen optisch zu einem Gebäude zusammen.
Bald folgte ein reich verzierter gotischer Vorbau mit Laubengang. Vom Dach
dieser Laube wurden einst den auf dem Markt versammelten Rostockern die
"Burspraken" - die vom Rat erlassenen Verord-Das Rathaus diente den Bürgern zugleich als Handelszentrum. Beide Stockwerke wurden für gewerbliche Zwecke genutzt. Sitzungs-, Kassen- und Schreibzimmer des Rates benötigten den kleinsten Platz.
Die großen Keller erstreckten sich bis unter die Laube und nach Norden bis unter den Scharren. Hier befanden sich die Folterkammer und sichere Verliese für Gefangene, an der Vorderseite das "Brumm-Dahinter folgten in großen Gewölbereihen die Räume des Ratskellers, in denen reichliche Vorräte an Bier und Wein aufbewahrt wurden. Die meisten Kellerräume dienten dem öffentlichen Wein- und Bierausschank.
Die alte Rathauslaube erlitt 1718 bei einem Sturm schwere Schäden, und einige Jahre später fielen dann die Reste des gotischen Vorbaus der Spitzhacke zum Opfer. 1727 - 1729 wurde die Laube durch den heutigen barocken Vorbau ersetzt. Er verdeckt seitdem die alte gotische Schauwand, von der nur der obere Teil mit den sieben Türmen erhalten geblieben ist.
Die Bedeutung der Schlange an der Eingangs-
säule des Rathauses ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Sie könnte als Symbol der Weisheit den Rats-
herren in schwierigen Situationen beigestanden haben, Aalmaß für
den Fischhandel auf dem Neuen Markt gewesen sein oder sie diente Gesellen
als Beweis, auf ihrer Wanderschaft auch in Rostock gewesen zu sein.
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