
In Zingst aufgewachsen schrieb sie vor Heimweh ein Gedicht, das unter der Überschrift: "Mine Heimat" 1907 zum ersten Mal in den "Meggendorfer Blättern" veröffentlicht und 1909 gesetzlich geschützt wurde.
In Zürich vom Thüringer Simon Krannig vertont, vom Soltauer Verleger Peter Fischer-Friesenhausen in seine endgültige Form gebracht, entwickelte sich das Lied schnell zum Weltschlager.Martha Müller-Grählert profitierte nicht von dem Erfolg ihres Gedichtes. Erst nach langjährigem Prozessieren wurden 1936 ihr und dem Komponisten die Urheberrechte zugesprochen. Der damit verbundene finanzielle Ausgleich kam für sie jedoch zu spät.
Manche Regionen schrieben das Lied in ihrer benötigten Version um: die
Friesen besingen die Nordseewellen, die Ostpreußen die Haffes Wellen.
Im Fassatal, fernab von Wasser und Wellen, heißt es sogar "Wo die
Wiesen sind mit Blumen übersät".
Heute trecken die Wellen durch ganz Europa, ja sogar durch die ganze Welt.
Das Lied erklingt in Amerika, Kanada, als Rumba verfremdet in Brasilien, Afrika
und Australien.

Well- und Wogenrunschen, wir min Weigenlied,
Un de hogen Dünen, seg´n min Kinnertied,
Seg´n uch mine Sehnsucht, un min heit Begehr,
In de Welt tau fleigen öwer Land un Meer.
Sehnsucht na dat lütte, stille Inselland,
Wo de Wellen trecken an den witten Strand,
Wo de Möwen schriegen grell in´t Stormgebrus, -
Denn da is min Heimat, da bün ick tau Hus.
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