Schweinswale

In den Tiefen der Ostsee lebt eine kleine, stark bedrohte Walart: der „Gewöhnliche Schweinswal“. Er gehört zur Familie der Zahnwale und kann eine Körper­größe von maximal 1,85 Metern erreichen, in der Ostsee sind es etwa 30 Zentimeter weniger. Schweinswale können bis zu 22 Jahre alt werden, meist werden sie jedoch nur 12 bis 15 Jahre alt.

Schweinswal, Foto © Deutsches Meeresmuseum, Harald Benke

Der kleine „Delphin“ der Ostsee

Die kleinen Wale leben bevorzugt in ruhigen Küsten­gebieten mit einer Tiefe um die 20 Meter. Ihre Hauptnahrungsquelle sind Fische (ca. 4,5 Kilogramm pro Tag), aber auch Kleintiere wie Borsten­würmer, Schnecken, Krebstiere und Tinten­fische. Sie gehen überwiegend am Meeresgrund auf Nahrungs­suche, indem sie den Boden – ähnlich wie Schweine – aufwühlen. Sie können dabei bis zu 90 Meter tief und ca. sechs Minuten lang tauchen.

Schweinswale leben überwiegend als Einzel­gänger oder im Zweier­verband. Nur selten konnten kleine Schulen von maximal sieben Tieren beobachtet werden. Jungtiere begleiten über eine gewisse Zeit das Muttertier, die genaue Dauer ist nicht bekannt.
Die kleinen Zahnwale erreichen eine Geschwindigkeit von 22 km/h und springen eher selten aus dem Wasser. Sie besitzen ein großes Spektrum von verschiedenen Klicklauten, über die sie kommunizieren.

Größe max. 1,52 m (in der Ostsee), bis zu 60 kg
(Weibchen sind in der Regel größer und schwerer als die Männchen)
Merkmale Körper spindelförmig, wohl proportioniert
Kopf ohne Schnabel (keine längliche Schnauze wie die Delphine)
kleine, flache und dreieckige Rückenfinne
Blasloch kurz vor der Augenlinie
Rücken, Brustflossen, Rücken- und Schwanzflosse (Fluke) dunkel bis tiefschwarz, Bauch von heller Farbe
dunkler Streifen vom Mundwinkel bis zum Ansatz der Flipper (Brustflossen)
Schweinswal, Foto © Deutsches Meeresmuseum

Fortpflanzung

Mit drei bis vier Jahren erreichen Weibchen die Geschlechts­reife, Männchen hingegen bereits im Alter von zwei bis drei Jahren. Die Tragzeit des Schweinswal­weibchens beträgt zehn bis elf Monate. Ihre Jungtiere kommen im Frühsommer zwischen Mai und Juni zur Welt. Dabei ist unklar, ob die Weibchen jedes Jahr oder nur alle zwei Jahre Nachwuchs gebären.

Vom Aussterben bedroht

In der Ostsee ist der Gewöhnliche Schweinswal in zwei Populationen vertreten, wovon eine vorwiegend in der westlichen Ostsee, der Beltsee und dem Kattegat schwimmt, während die andere weiter östlich in der inneren Ostsee lebt. Die Population der inneren Ostsee umfasst heute Schätzungen zur Folge 300 bis maximal 500 Tiere und ist somit vom Aussterben bedroht. Die größte Gefahr für die kleinen Meeres­säuger geht dabei vom Menschen aus, denn die meisten Tiere verenden als „Beifang“ in Stellnetzen der Fischerei. Leider ist bis heute keine eindeutige Regelung zur Stellnetz­fischerei getroffen worden, sodass die Tiere weiterhin gefährdet sind. Hinzu kommt die starke Verschmutzung der Ostsee, die den Tieren ebenfalls zusetzt. Hier gilt es gemeinsam etwas für den Erhalt des einzigen Wals von Deutschland zu unternehmen. Halten Sie das Meer sauber und lassen Sie nichts am Strand zurück.
Verschiedene Projekte zum Schutz der Meeres­bewohner bieten Ihnen Gelegenheit, sich für den Naturraum Ostsee zu engagieren.


Weitere Informationen zu Tieren und Pflanzen an und in der Ostsee


Copyright Bilder: Deutsches Meeresmuseum, Harald Benke

(alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten)