Kraftfahrt-Bundesamt

Kraftfahrt-Bundesamt

Wohl kaum ein Ort in Deutschland ist den Autofahrern so bekannt wie Flensburg. Das „Flensburger Punktsystem“ und die „Flensburger Sünderkartei“ kennt vermutlich jeder erwachsene Bürger. Sie sind zu einem Synonym für das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) geworden.

Im KBA laufen alle Datenströme über in Deutschland zugelassene Fahrzeuge, Fahr­erlaubnisse und Verstöße im Straßen­verkehr zusammen. Zulassungs­behörden liefern Fahrzeug- und Halterdaten und Fahrerlaubnis­behörden melden neue Führerscheininhaber.

Gerichte und Bußgeldbehörden teilen mit, wer in Flensburg eingetragen und bepunktet wird und vieles mehr. Die Daten kommen via Datenfern­übertragung oder über Datenträger ins Haus, werden verarbeitet und stehen zur Auskunfts­erteilung bereit.


Doch wo lässt der Datengigant des Nordens seine nicht mehr benötigten Akten? Ein Spezialreißwolf im Kraftfahrt-Bundesamt zerschredderte jährlich zig Tonnen Unterlagen. Der Großteil der Akten stammt aus der Verkehrssünderkartei.

In Dänemark wurde aus dem Rohmaterial dann viele Jahre lang vorwiegend Hygienepapier hergestellt.

Inzwischen wurden andere Verwendungen für die Aktenschnipsel gefunden. Vermutlich lohnt sich das „Geschäft“ nicht mehr, da das KBA zunehmend auf Computer setzt...


Rückblick und Daten

Am 4. August 1951 wurde das Kraftfahrt-Bundesamt in Bielefeld eingerichtet. Seit 1952 hat es seinen Hauptsitz in Flensburg.
Mit dem Anstieg des Verkehrsaufkommens nahmen leider auch die Unfälle und die Anzahl der „Verkehrssünder“ zu. Um dem entgegen­zuwirken, beschloss der Deutsche Bundestag am 11. Oktober 1956 die Einrichtung eines Verkehrs­zentral­registers (VZR) im KBA. Dieses nahm am 2. Januar 1958 in Flensburg den Betrieb auf.

Nach der politischen Wende 1989 wurde das Kraftfahrzeug­technische Amt der DDR (KTA) in Dresden mit dem KBA zusammengelegt.

(alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten)