Ukranenland

Die Ukranen, ein an der Uecker lebender Stamm der Nordwestslawen, wurden 948 erstmalig in der Stiftungsurkunde des Bischofs von Brandenburg erwähnt.
Ein wechselhafte Geschichte lag zu diesem Zeitpunkt hinter den slawischen Stämmen zwischen Elbe und Oder, die von den Wikingern oft auch als Wenden bezeichnet wurden.
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Es waren die kriegerischen Steppenvölker der Hunnen um das 4. Jahrhundert und etwa 200 Jahre später die Awaren, die die große Völkerwanderung auslösten und die Slawen zwangen, ihre Urheimat zu verlassen. Ihre Wanderung entlang der großen Flüsse führte sie bis an die südliche Ostseeküste. Überliefert sind u. a. die Siedlungsgebiete der Obodriten und die der Wilzen, die später im Lutizenbund vereint waren, dem möglicherweise auch die Ukranen zeitweilig angehörten.

Es ist eine unruhige aber zugleich hochinteressante Zeit an der letzten Jahrtausend­wende. Staaten bilden sich im Herzen Europas heraus, Naturreligionen müssen dem Christentum weichen, das Mittelalter steht vor der Tür.
Die slawischen Stämme verlieren im 12. Jahrhundert ihre Eigenständigkeit, verbürgt durch den dänischen Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus ist die Vernichtung der letzten slawischen Tempelburg in Arkona im Jahre 1168.

Es bleiben auch viele Fragen zu dieser Zeit offen. Wo zum Beispiel lag genau Rethra, das sagenumwobene Delphi des Nordens, das Zentrum des Lutizenaufstandes im Jahre 983? Oder ist das polnische Wolin tatsächlich mit dem angeblich versunkenen Vineta identisch?
Es ist noch genug Stoff für ganze Generationen von Geschichtsforschern vorhanden.
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Im Ukranenland erwartet Sie eine für Vorpommern einmalige museale Einrichtung. Nach archäologischen Befunden wurden hier Block-, Bohlen- und Flechtwandhäuser des 9. und 10. Jahrhunderts in Originalgröße rekonstruiert.
Historischen Handwerkern wie dem Töpfer und dem Schmied kann man bei der Arbeit über die Schultern schauen und selbst probieren, wie unter klingenden Hammerschlägen ein Feuerstahl entsteht.
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Besondere Höhepunkte sind die historischen Markttage, die vom Frühjahr bis zum Herbst Tausende von Besuchern aus Nah und Fern anziehen. Man glaubt sich 1 000 Jahre zurück­versetzt, wenn die Svarog, das erste in Deutschland rekonstruierte Slawenschiff, in den Hafen des Ukranenlandes einläuft oder wenn das dampfende Brot aus dem Lehmofen gezogen wird.

Besuchen Sie das Freilichtmuseum Ukranenland und die mittelalterliche Burgruine der Burg Torgelow, Castrum Turglowe, in Torgelow an der Uecker.


Öffnungszeiten:

30. April bis 23. Oktober
Täglich 10:00 bis 17:00 Uhr
(Ukranenland und Castrum Turglowe)

Projekttage und Führungen sind nach Anmeldung jederzeit möglich, Tel. 03976 202397.

(alle Angaben ohne Gewähr)


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