



Die Galionsfigur wird oft so gestaltet, dass sie einen Bezug zum Schiffsnamen hat. Häufig dient sie als Schutzpatron oder zur Abschreckung, wie die Drachenköpfe der Wikingerschiffe. So finden Sie Löwen, Meerfrauen und Nixen, aber auch Krieger, Ritter, Fürsten, Reeder, zarte und kraftvolle Frauengestalten am Bug der Schiffe.
Von der Mannschaft wurde die Galionsfigur als Schutzpatron oder Talisman angesehen. Von ihr hing das Gelingen einer Reise ab. Ihre Beschädigung oder gar Zerstörung war ein böses Omen und signalisierte großes Unglück - das Schiff wurde zu einem Unglücksschiff.



Wie wichtig die Galionsfigur für die Seefahrer der
Romantischen Seefahrt war, erzählen alte Seemannsgeschichten:
Als einmal ein Segelschiff nicht so lief, wie der Kapitän es gern wollte,
befahl dieser einem Matrosen, der Galionsfigur, einer rassigen Schönen,
mit dem Schwapper sanft das Gesicht zu kitzeln und dabei zu sagen: "Loop,
min Deern, loop to!". Nach wenigen Augenblicken kam ein günstigerer
Wind auf und das Schiff machte gute Fahrt.




Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichten bleibt reine Spekulation. Zweifellos war allerdings für die alten Seeleute das Bild der Galionsfigur die Verkörperung des Schiffes selbst, gleichsam die Seele des Schiffes, das sie trug und dem sie sich anvertrauten.
Eine umfangreiche Sammlung von Galionsfiguren können Sie im Altonaer Museum in Hamburg und im Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven zu besichtigen.
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