
Das Burgkloster zu Lübeck ist die wohl bedeutendste
mittelalterliche Klosteranlage Deutschlands. Der Legende nach hat die Heilige
Maria Magdalena den Lübeckern bei
der Schlacht zu Bornhöved im Jahr 1227 geholfen - zum Dank errichtete
man 1229 das Burgkloster und benannte es nach ihr. Im Volksmund hat sich
aber bis heute der Name "Burgkloster" gehalten.
Das Kloster hat eine wechselvolle Geschichte: Nach der Reformation
wurde es als Armenhaus genutzt. Nach Umbauten am Ende des 19. Jahrhunderts diente es als Gericht
und Untersuchungsgefängnis. Im Dritten Reich wurden hier Juden und
Widerstandskämpfer inhaftiert. Die Anlage wurde von 1976 bis 1990 restauriert.
Heute finden im Burgkloster Ausstellungen, Vorträge und
Lesungen zu Archäologie, zur Geschichte der Hanse, der Zeitgeschichte wie
zur bildenden Kunst und Kulturgeschichte statt. Im Kreuzgang-Innenhof wurde nach
dem Vorbild des im 9. Jahrhundert lebenden Abtes Walahfrid Strabo ein Kräutergarten
angelegt.
Nach fünfzig Jahren erfüllte sich der Traum der
ersten Stadtarchäologen: 2005 bekam Lübeck ein Museum für
Archäologie. Die Hansestadt ist in ganz Nordeuropa bekannt für
die Ergebnisse zur Stadtkernarchäologie. Der Grund für die außerordentlichen
Funde:
Die mittelalterlichen Kloaken konservierten organische Materialien genau
so gut wie die feuchten Schichten des Lübecker Untergrundes. So kamen
neben Scherben auch hölzerne Geräte, Musikinstrumente, Textilien
und Schreibgeräte zutage.
Die repräsentativsten Funde sind im Museum für
Archäologie ausgestellt und beleuchten auf 900 m² Ausstellungsfläche
den mittelalterlichen Alltag. Dabei geht es um Hausrat, Ernährung,
Hygiene, Kleidung, Spielzeug und Schmuck ebenso wie um die großen
Themen Religion, Bildung und Freizeit.
Eine dreidimensionale Grabungssimulation im Maßstab
1:1 verdeutlicht Ihnen wie der Archäologe arbeitet. Auf dem Lübecker
Stadthügel werden ständig weitere Grabungen durchgeführt,
bei denen immer neue Funde ans Tageslicht kommen. Insgesamt umfasst das
Archäologie-Magazin ca. 2,5 Millionen Funde, von der kleinen Knochenperle
bis hin zum Schwellbalken eines Hauses aus der Zeit Heinrichs des Löwen.
Öffnungszeiten:
Der Ausstellungsbetrieb im Kulturforum endete am 31.12.2011. Auf dem Areal wird dann das Europäische Hansemuseum Lübeck entstehen.
(alle Angaben ohne Gewähr)