Kieler Kloster

Das Kieler Kloster ist der Gründungsort der Stadt Kiel, ihrer Kirchen und der Universität.
Kieler Kloster

Graf Adolf IV. von Schauenburg gründet 1227 die Stadt Kiel und stiftet ein Franziskanerkloster. Dort lebt er als Ordens­mann bis zu seinem Tod im Jahr 1261. Sein Grabstein mit gotischer Inschrift ist bis heute erhalten.

Das Kieler Kloster wird 1530 der Stadt übergeben. Diese richtet in den Räumen des Klosters das Heiligengeist-Hospital ein. Bereits vier Jahre später zieht die städtische Lateinschule in das Gebäude.

Seit 1555 bietet die Klosteranlage den Gästen des Wirtshauses in der Holstenstraße Unterkunft.

Nach der Gründung der Kieler Universität 1665 wird das Kloster bis 1778 als Universitätskirche genutzt. Danach werden große Teile des Klosters abgebrochen.

In den Jahren 1903/1904 wird die Klosterkirche umgebaut und erhält einen Turm.

Das Kieler Kloster fällt 1943 einem Bombenangriff zum Opfer. Nur ein Teil des Kreuzganges und das mittelalterliche Gewölbe sowie der noch heute stehende Turm bleiben erhalten.

1950 werden die erhaltenen Räume des Klosters instandgesetzt und ihrer neuen Bestimmung als "Theologisches Studienhaus Kieler Kloster" übergeben. Die zerstörte Klosterkirche wurde nicht wiedererrichtet.

Kieler Kloster Der erhaltene Teil des Kreuzgangs und das Refekto­rium werden 1994 restauriert. Elemente aus den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts wie Sprossen­fenster, Parkettfußboden und Holzverkleidungen werden entfernt.

Die Räume erhalten einen weißen Anstrich, Steinfußböden, moderne Fenster und eine neue Beleuchtung. Dadurch wird die erhaltene mittelalterliche Bausubstanz wieder deutlich.

Als Abschluss des Wiederaufbaus und Zeichen der Versöhnung spenden 1999 Kieler Bürgerinnen und Bürger ein Carillon (Großglockenspiel) auf dem Klosterturm. Dort läutet auch wieder die einzig erhaltene Glocke der Klosterkirche aus dem Jahr 1928. Kieler Kloster

An jedem 1. Sonnabend des Monats um 11:00 Uhr erklingt vom Turm ein Carillonkonzert. Die Bronzetafel am Turm informiert über das Carillon.

2002 werden die Außenanlagen wiederherge­stellt. Im Kräutergarten, nach mittelalterlichem Vorbild angelegt, wachsen Kräuter, die bereits im Mittelalter in Klostergärten nachweisbar waren.

Die Umrisse von Klosterkirche und Kreuzgang, den gewölbetragenden Pfeilern und der Taufstätte sind wieder sichtbar.

Bei Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerten können Sie das Flair der historischen Räume, das ehemalige Refektorium und einen Flügel des Kreuzgangs, erleben.

Ein Gartencafé lädt im Sommer ein, am Ort der Stadtgründung ein "Grafenbräu", Tee oder Kaffee zu genießen.

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