Am 30. Oktober 1779 kaufte der Müllermeister Jacob Schmidt die Mühle,
die über einen Roggenmahlgang und zwei Grützstampfen verfügte,
mit Gerätschaften und Ländereien für 1 000 Taler von seinem Stiefvater.
Dieser Kauf wurde durch eine "Allerhöchste Confirmation"
der Pommerschen Kriegs- und Domänenkammer im Jahre 1789 bestätigt.
Bis zum Jahre 1810 bestand Mahlzwang. Alle Bauern mussten im Einzugsbereich der Domäne Pudagla ihr Korn bei besagter Mühle mahlen lassen. 1937 wurde der Mahlbetrieb eingestellt.
Die Mühle diente von 1962 bis 1991 als Feriendomizil. 1991 erwarb ein Mühlenliebhaber die Mühle mit allen Ländereien. Aufgrund der wachsenden Instandsetzungskosten verkaufte dieser die Mühle 1996 für 1 DM an die Gemeinde Pudagla.



Die Bockwindmühle ist der älteste Windmühlentyp in Europa. In Belgien und Nordfrankreich mahlten sie bereits im 12. Jahrhundert, in Deutschland erst ab 1400.
Den Namen verdankt die Mühle ihrem Untergestell, dem Bock. Dieser Ständer aus wuchtigen Balken trägt das gesamte Mühlenhaus. Das Gehäuse ist mit dem Mahlgang, dem Getriebe und den Müllereimaschinen um den senkrecht stehenden Hausbaum drehbar.Die Mühle wird mit einem langen Hebel, dem Stert, mittels Winde und den um die Mühle angeordneten Drehpfählen gegen den Wind gedreht. Die Angriffsfläche der Flügel lässt sich durch einschiebbare Klappen und aufgezogene Segel vergrößern.
Bereits im 16. Jahrhundert wurden die Bockwindmühlen in Norddeutschland von der Holländermühle verdrängt. Deutschlandweit gibt es noch etwa 100 historische Bockwindmühlen. Die Bockwindmühle in Pudagla ist die einzige Bockwindmühle Mecklenburg-Vorpommerns, die noch an ihrem Originalstandort steht.(alle Angaben ohne Gewähr)
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