Auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen, in der Nähe
des Ferienortes Neddesitz hat der Verein der Freunde und Förderer des
Nationalparks Jasmund e.V. in einer restaurierten Werkhalle des ehemaligen
Kreidewerks Gummanz das
erste und einzige Kreidemuseum Europas errichtet.
Auf erlebnisreiche Art wird hier ein Stück Rügener Erd- und Kulturgeschichte gezeigt. Ein Themenschwerpunkt behandelt die etwa 200-jährige Tradition des Kreideabbaus und die industrielle Nutzung der Kreide, die auch heute noch in vielen Produkten Verwendung findet.
Ein Stummfilm aus dem Jahr 1927 gewährt Ihnen einen Einblick in die harte Arbeit im Tagebau. Weitere Kurzfilme und anschauliche Textfahnen berichten über die vielseitige Verwendbarkeit der Kreide.
Durch einen Formationstunnel mit Fossilien zu den jeweiligen Erdzeitaltern "tauchen" Sie durch ein kreidezeitliches Meer und gelangen in den Geologieraum. Hier wird die Entstehung der Erde im Allgemeinen und die Rügens im Speziellen beleuchtet. Typische Fossilien der Rügener Schreibkreide sind zu sehen und Sie erfahren, wie diese entstanden und wie der Feuerstein in die Kreide kommt.
Ein weiterer Raum zeigt Fossilien vom Kambrium bis Quartär aus dem Geschiebe. Wer gerne selber sammelt, kann seine Funde mitbringen und sich beraten lassen.
Auf dem Außengelände des Museums ist an einem Originalschauplatz des Kreideabbaus die Vergangenheit erlebbar. Von 1855-1962 wurde hier die Kreide abgebaut. Ein Kreidelehrpfad mit historischen Gerätschaften dokumentiert die einzelnen Produktionsschritte vom Brechen der Kreide bis zum Versand. Dieser Museumsbereich ist auch außerhalb der Öffnungszeiten für einen Euro Eintritt begehbar.



Ein Naturlehrpfad, der um den Kreidebruch herumführt,
informiert mit anschaulichen Tafeln über die Pflanzengesellschaften,
die im Laufe der Zeit die offengelassenen Kreidebrüche wieder
besiedeln. Über ihn gelangen Sie auf den "Kleinen Königsstuhl",
von dem Sie eine herrliche Aussicht über die Boddenlandschaft
haben. Bei klarer Sicht können Sie die Kirchtürme von Stralsund
und Hiddensee sehen.
Für Schulklassen und geologisch interessierte Gruppen besteht die
Möglichkeit, kleinere Fossilien einmal etwas genauer "unter
die Lupe" zu nehmen. Dazu stehen in einem Labor zehn Mikroskope bereit.
(alle Angaben ohne Gewähr)
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