Museumsberg
Der Museumsberg Flensburg wurde in den letzten Jahren zu
einem der attraktivsten Museumsstandorte in Schleswig-Holstein umgewandelt.
Hoch über der Stadt thronen in städtebaulich hervorgehobener Lage
zwei Museumsgebäude, die Ihnen auf 3 000 m² Ausstellungsfläche
einen umfassenden Einblick in alle Gebiete der Kunst- und Kultur-
geschichte im Landesteil Schleswig geben.
Ein herausragender Schwerpunkt ist die umfangreiche Möbelsammlung,
die der Museumsgründer Heinrich Sauermann im 19. Jahrhundert zusammengetragen hat.
Diese Möbel dienten ihm als Vorbilder für seine im Geiste des
Historismus entworfenen Möbel und Inneneinrichtungen, die er in der
mit dem Museum verbundenen Kunstgewerbeschule anfertigen ließ. Diese
Schule genoss um die Jahrhundertwende einen Ruf, der weit über
die Grenzen des Landes hinaus reichte.
Das Deutsche Reich erteilte Sauermann wiederholt Aufträge
für Prunkzimmer, die auf Weltausstellungen in Chicago, St. Louis oder
Paris mit Goldmedaillen ausgezeichnet wurden.
Das für die Weltausstellung des Jahres 1900 in Paris gefertigte sogenannte
"Pariser Zimmer" ist das Prunkstück der Historismus-Abteilung.
Sauermanns bekanntester Schüler war der junge Emil Nolde, dem in der
Gemäldegalerie zwei Räume vorbehalten sind.
Ein weiteres Schmuckstück der Sammlung ist die Jugendstil-Abteilung
mit dem Nachlass des aus Flensburg stammenden Jugendstilkünstlers Hans
Christiansen. Neben Möbeln und Objekten von Hans Christiansen verfügt
das Flensburger Museum über die umfassendste Sammlung von Wandteppichen
der Webschule in Scherrebek, die zu den unübertroffenen Meisterwerken
der Textilkunst des Jugendstils zählen.
Im Heinrich-Sauermann-Haus umfasst der kulturhistorische Rundgang 30 Sammlungsräume von der Gotik bis zum Klassizismus. Gezeigt werden neben Möbeln
kirchliche Kunstwerke und kunstgewerbliche Gegenstände aus allen Epochen.
Eine besondere Attraktion ist eine Reihe von Bauernstuben des 17. und 18.
Jahrhunderts, die zum größten Teil von den Halligen und Inseln
Nordfrieslands stammen und so in das Museumsgebäude integriert sind,
dass ihr originaler Raumcharakter erhalten blieb.
Das Hans-Christiansen-Haus enthält in 20 Sälen eine Gemäldegalerie
norddeutscher und schleswig-holsteinischer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts.
Hier ist in jedem Raum ein thematischer Schwerpunkt gesetzt:
das Italienerlebnis im 19. Jh., die Darstellung des nordfriesischen Volkslebens,
die künstlerische Entdeckung der Insel Sylt oder die Künstlerkolonie
Ekensund an der Flensburger Förde, die um 1900 Freilichtmaler aus allen
Teilen des Deutschen Reiches anzog.
Neben den Expressionisten Emil Nolde und Ernst Barlach enthält die
Galerie auch Werke von Erich Heckel, der über vier Jahrzehnte in seinem
Ferienhaus an der Flensburger Förde verbrachte.
Attraktive Sonderausstellungen ergänzen das vielfältige Kunst- und
Kulturangebot auf dem Museumsberg Flensburg.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10:00 - 17:00 Uhr
Zusätzlich jeden Donnerstag bis 20:00 Uhr
(alle Angaben ohne Gewähr)