
Slawen errichteten gegen Ende des 7. Jahrhunderts die Fürstenburg Starigard ("Alte Burg"). Durch einen zur Ostsee erschlossenen Hafen begünstigt, war Starigard eine für damalige Verhältnisse stark bevölkerte Handelsniederlassung, die mit den wichtigsten Handelszentren in engem Kontakt stand. In immer wieder aufflammenden Auseinandersetzungen stießen Deutsche, Dänen, Wikinger und Slawen vom 7. bis ins 13. Jahrhundert aufeinander und rangen erbittert um die älteste städtische Siedlung Schleswig-Holsteins.
Die Erdwälle der mächtigen Ringwallanlage überragen noch heute
die Häuser der Stadt in eindrucksvoller Weise. Ein Spaziergang über
den Burgwall vermittelt einen Eindruck von dessen imposanter Dimension.
Die zahlreichen Funde, Entdeckungen und neuen Erkenntnisse führten zur Gründung des "Oldenburger Wall-Museums", das heute überregionale Bedeutung hat. Im Wallvorfeld wurden auf einer künstlich geschaffenen Insel drei historische Reetdachscheunen und ein Backhaus des 18. und 19. Jh. aus der näheren Umgebung im Stil eines ostholsteinischen Bauernhofes wieder aufgebaut.
Der erste Teil informiert über die Herkunft sowie Einwanderung der Slawen nach Ostholstein und ihr Schicksal, über die frühere Bedeutung Oldenburgs als Fürstenresidenz und Bischofssitz, über die Befestigungstechnik der Burganlage sowie über heidnischen Kult und christliche Mission. Eine besondere Attraktion bildet ein wirklichkeitsnahes Diorama der Großburg aus der Zeit um 800 n. Chr.Im zweiten Teil der Ausstellung wird das Leben in einer slawischen Siedlung mit der Entwicklung zur Frühstadt aufgezeigt. Dem Besucher werden die verschiedenen Bereiche des damaligen Lebens, die Bewohner der Stadt, Ernährung der Bevölkerung, Handwerker, Händler, Geld- und Kaufkraft sowie die Transportmittel für Handelsgut vorgestellt.
Ein Stadtteil ist im Verhältnis 1:1 rekonstruiert. Im Inneren der Häuser
und dem Vorplatz spiegelt sich der Alltag von vor etwa 1 000 Jahren wider.
Besonderes Interesse erregt die im "Großen Wallsee" liegende "Starigard". Dieser weltweit einzige originalgetreue Nachbau eines slawischen Handelsschiffes aus dem 1. Jahrtausend n. Ch. wurde in den Jahren 1993 und 1994 als archäologisches Experiment in Wollin mit den Werkzeugen und Materialien der damaligen Zeit gebaut. Im ganzen Schiff wurde, wie vor 1 000 Jahren, kein einziges Stück Metall verarbeitet.
Das Umfeld des Museumshofes, das Wallvorfeld, lädt mit der reizvollen Auenlandschaft zum Wandern und Verweilen ein.
Der Steg und die beiden Lagerhäuser am Wallsee vermitteln eine Vorstellung,
wie es wohl im Hafen Starigard-Oldenburg im 9. Jahrhundert ausgesehen hat. Wertvolle
Grabbeigaben, die auf dem Burgwall gefunden wurden, sind als Repliken zu Schmuck-
stücken in Silber und Bronze gestaltet worden.
Möglichkeiten zum Kaffeetrinken haben Sie auf dem Museumshof und in unmittelbarer Umgebung.
(alle Angaben ohne Gewähr)
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