
An der "Europäischen Route der Backsteingotik" im Nordosten
Deutschlands, nahe der alten Hansestadt Rostock, liegt das Bad Doberaner
Münster, die im Jahre 1368 geweihte Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters.
Das im Jahre 1171 gegründete Kloster hatte als erstes
mecklenburgisches Kloster und landesfürstliche Hauptgrablege bereits
im Mittelalter höchste politische und gesellschaftliche Bedeutung. Durch
seine Kolonisationstätigkeit war das Kloster für die
landeskulturelle und ökonomische Entwicklung Mecklenburgs von großer
Wichtigkeit und wurde überdies zu einem Zentrum des christlichen Glaubens
im Land.
Die besondere Bedeutung des Klosters schlug sich entscheidend
in Bau und Ausstattung des Münsters nieder. Die Innenausstattung blieb
von Kriegswirren und Bilderstürmen weitgehend verschont. In keiner anderen
Zisterzienserklosterkirche europaweit blieb eine reichere Originalausstattung
erhalten.
Bemerkenswert unter der Fülle der Ausstattungsstücke sind unter
anderem der Hochaltar als ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte,
der monumentale Lettner-Kreuzaltar und die Grabplastik der dänischen
Königin Margarete Sambiria.
Auch nach der Reformation und Auflösung des Klosters
im Jahre 1552 blieb die Kirche als Grablege der landesherrlichen Familie sowie
als Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde weiterhin erhalten.
Auszug aus einer Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege:
"Das Münster in Bad Doberan gilt als das bedeutendste mittelalterliche
Bauwerk in Mecklen-
burg-Vorpommern, das beste Beispiel für die Umsetzung mittelalterlichen
Gestaltungswillens in Backstein und als ein Bauwerk von höchster technischer und
gestalterischer Perfektion.
Die erhaltene Ausstattung besteht fast durchweg aus Stücken von höchster
künstlerischer Qualität, wobei die Fülle und die Geschlossenheit
des aus mittelalterlicher Zeit überkommenen liturgischen Bestandes
in keiner anderen Kirche Norddeutschlands erreicht werden. Das im Wesentlichen
erhaltene zisterziensische Ausstattungsprogramm ist einzigartig. Das Münster
ist ein im gesamten Ostseeküstenbereich einzigartig dastehendes Kunstdenkmal."
Chronik:
1171 Gründung des Zisterzienserklosters in Althof-Doberan
1186 Neueröffnung des Klosters an heutiger Stelle
1232 Schlussweihe der romanischen Vorgängerkirche
1296 Vollendung Rohbau des gotischen Münsters nach nur ca. 15 Jahren
1368 Schlussweihe des Münsters (besonders reiche Innenausstattung)
1552 Klosterauflösung durch Reformation - keine Bilderstürme
1637 Plünderungen im 30-jährigen Krieg
1638 Sicherungsarbeiten
1900 Ende der neogotischen Restaurierung durch G. L. Möckel
1945 Münster ohne Kriegsschäden und Plünderungen
1984 Ende Generalrestaurierung - Münster steht auf Rang drei der national-
bedeutenden Denkmäler mit internationalem Kunstwert in der DDR
2002 Beginn weiterer Restaurierung - Kosten ca. 350 000 Euro / Jahr
2005 173 000 Besucher zu Besichtigung, Führungen und Konzerten
2006 Restaurierung u. a. von 9 Fenstern, 5 Grabplatten und Wandflächen
geplant ist die Antragstellung für das UNESCO-Weltkulturerbe
Öffnungszeiten:
November bis Februar
Montag bis Samstag 10:00 bis 16:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11:00 bis 16:00 Uhr
Mai bis September
Montag bis Samstag 09:00 bis 18:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11:00 bis 18:00 Uhr
März, April und Oktober
Montag bis Samstag 10:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11:00 bis 17:00 Uhr
Führungen
Es finden täglich (ab 5 Personen) Führungen und Sonderführungen im Doberaner Münster statt:
November bis April: (außer Heiligabend und Karfreitag)
11:00 Uhr - Münsterführung
13:00 Uhr - Sonderführung: Deckengewölbe-, Turm- und Glockenführung
Mai bis Oktober:
11:00 Uhr - Münsterführung
12:00 Uhr - Sonderführung: Deckengewölbe-, Turm- und Glockenführung
13:00 Uhr - Sonderführung (nur Juli + August)
14:00 Uhr - Münsterführung
15:00 Uhr - Sonderführung zu wechselnden Themen
16:00 Uhr - Deckengewölbe-, Turm- und Glockenführung (nur Juli + August)
Für Gruppen nach Voranmeldung auch zu anderen Zeiten.
Tel: 038203 62716
(alle Angaben ohne Gewähr)
