Anklam ist Otto Lilienthals Geburtsstadt. Er besuchte das
noch heute existierende Gymnasium und führte hier erste flugtechnische
Experimente und Vogelstudien durch.
Nach seiner Ausbildung in Potsdam und Berlin zum Maschinenbauingenieur
siedelte er sich in Berlin und Lichterfelde an.
Aus Anlass von "100 Jahren Menschenflug" erfolgte 1991 die feierliche
Eröffnung des eigenständigen "Otto-Lilienthal-Museums"
in Anklam.
Bereits 1996 konnte das Gebäude anlässlich des 100. Todestages des
Flugpioniers durch einen Erweiterungsbau ergänzt werden.
Auf einer Fläche von ca. 600 m² werden Leben und Werk Otto Lilienthals
auf anschauliche Weise dokumentiert.
Der Aufbau des Museums wurde aus Bundes- und Landesmitteln unterstützt
und durch Nachfahren des Flugpioniers gefördert.
Das Haus versteht sich als "technisches Personal-
museum".
Es erzählt Luftfahrtgeschichte, jedoch mit einer sich von anderen Luftfahrtmuseen
unterscheidenden Schwerpunktsetzung: Im Zentrum steht nicht Geburt und Entwicklung
des Flugzeugs, sondern der Wendepunkt von der Vorgeschichte des Fliegenwollens
zur Geschichte des Fliegenkönnens.
Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden die ca. 14 unterschiedlich genau überlieferten
Flugzeugkonstruktionen Lilienthals, darunter die erste Serienproduktion eines
Flugzeugs in der Geschichte überhaupt.
Nur von zwei Flugzeugkonstruktionen sind Originale erhalten.
Alle anderen Konstruk-
tionen sind nur schriftlich oder fotografisch überliefert.
Die gegenständliche Rekonstruktion des Flugzeugbaus
Lilienthals unter Auswertung aller in Archiven und Museen verschiedener Länder
verfügbarer Quellen hat in den vergangen-
en 20 Jahren neben anderen der Magdeburger Ingenieur Stephan Nitsch im Auftrag
der Stadt Anklam übernommen.

Das "Otto-Lilienthal-Museum" folgt mit viel "Begreif-
barem" einem wichtigen Ausstellungsprinzip: "Fliegen lernen"
und "Physik vom Fliegen" sind zwei Ausstellungs-
bereiche, in denen Ihnen an Simulatoren oder einfachen Knopfdruck-Experimenten
komplizierte Themen spielerisch nahegebracht werden.
Dank der Tatsache, dass die Brüder Lilienthal die Erfinder des bekannten
"Anker-Steinbaukastens" sind, können die Jüngsten in der
Abteilung "Baukästen" den Museums-
besuch der Eltern entspannt abwarten.
Die DIA-Audio-Schau "Menschenflügel - Schwingenträume"
erzählt Traum und Trauma von 1 000 Jahren Luftfahrt in
10 Minuten, 100 Bildern und wenigen Sätzen.
Besuchen Sie auch das längerfristige Ausstellungsprojekt "Aeronauticon",
welches ge-
meinsam mit dem Flugplatz Anklam und dem Verein für Jugendhilfe verwirklicht
wird. Es spannt den Bogen vom Flug in der Natur zur aktuellen Luftfahrt vor
Ort.
Das "Aeronauticon" ist der museumspädagogische
Natur- und Erlebnispark des Otto-
Lilienthal-Museums auf dem Gelände des Anklamer Flugplatzes.

Das Museum wurde 1996 durch die "Fédération Aéronautique
Internationale" als "FAI rocognized Museum" geehrt und erhielt
1999 als erstes ostdeutsches Museum den Titel "Museum of the Year Award
- Special Commandation".